«Hau weg den Scheiss!» – Donald J. Trump in Action

«Hau weg den Scheiss!» – Donald J. Trump in Action

Wo die Abrissbirne Trump einschlägt, bleibt kein Stein auf dem anderen. Dies war kürzlich wieder einmal beim NATO-Treffen in Brüssel zu besichtigen. Hat Europa eigentlich noch nicht einmal mehr den Schneid, eine Pausenhofschlägertype mit dem berechenbaren Sozialverhalten eines Florida-Alligators in die Schranken zu weisen?

Da pöbelt er nun wieder ohne jedes Mass und demonstriert mit der subtilen Körpersprache eines Jahrmarktcatchers, wer Chef im Ring ist, dieser Trump. Und die Repräsentanten Europas stehen betroffen um ihn herum wie Schuljungen, die der Herr Direktor vorgeladen hat, weil sie heimlich auf dem WC geraucht haben und dabei vom Hausmeister erwischt wurden: «Nur nicht wieder diese Ohrfeigen; wir wollen auch ganz brav sein!» – Gegen diesen erbärmlichen Haufen von begossenen Pudeln strotzen Auguste Rodins «Bürger von Calais» nur so vor Stolz und Selbstbewusstsein.

Friendly fire

Angela Merkel, Aufsichtsratsvorsitzende der Vereinigung der deutschen Automobilindustrie, macht die Raute und wiegelt ab. Eben noch von Trump als Russenmagd abgemeiert, greift sie auf ihre gesammelten FDJ-Erfahrungen zurück und weist sichtlich beleidigt darauf hin, dass sie allerdings wisse, wie es damals in der Ostzone war. Nämlich nicht schön. Aber nun sei die Sowjetunion ja schon länger Geschichte. Dafür kommt sie mit Putin aber auch nicht so richtig klar und hat zusätzlich dieses US-Rindvieh Trump am Hals. Vom CSU-Deppen Seehofer ganz zu schweigen. Britanniens Theresa May wird auch noch kurz en passant von Mister President erpresst, weil sie brexitmässig zu soft sei. Boris Johnson, Traumbesetzung für Stephen Kings «It», wäre eigentlich Trumps präferierter Gesprächspartner. Halbwegs normal belichtete Menschen würden B. Johnson allerdings eher in Madame Tussaud’s Londoner Chamber of Horror als in 10 Downing Street verorten.

Bastionen der Demokratie

Die einzigen, die ihre helle Freude an Trumps Entgleisungen und verbalen Kraftmeiereien haben, sind die grinsenden Kriegstreiber vom Ostrand der EU, denen die Taschen mit Euros vollgestopft werden, damit sie im Auftrag der NATO Gospodin Putin die Zunge rausstrecken. Vornehmlich der Bilderbuchdemokrat Poroschenko aus der Ukraine, die sich unter seiner feinfühligen Regierung zu einem wahren Brückenkopf westlicher Werte im Terrorstaat Wladimir des Schrecklichen entwickelt hat. Faschismus, Korruption, Aggressionspolitik, Unterdrückung von Minderheiten – all dies sind Fremdworte in der westlichen Ukraine. Dafür ist’s im Osten ganz schlimm. Weil da die russischen grünen Männchen rumlaufen und auf alles ballern, was sich bewegt.

Was tun?

Allerorts herrscht grösste Verunsicherung, wie man dieser aufgeblasenen Schiessbudenfigur im Weissen Haus Paroli bieten könnte. Macron hat es mit peinlicher Unterwürfigkeit und Händchenhalten versucht: Fehlanzeige! Merkel mit der professionellen Unterkühltheit einer Diplom-Physikerin: Fehlanzeige! Deutschland hat derzeit überhaupt ganz schlechte Karten, da es nicht nur bei der Fussball-WM maximal gedemütigt wurde, sondern auch als Exportweltmeister international nicht gerade als leuchtendes Vorbild für ökonomische Fairness durchgeht. Wer also soll dem Narren von Washington zeigen, wo der Hammer hängt?

Keep it simple

In amerikanischen Augen machen wir Europäer hauptsächlich den Fehler, immer alles viel zu kompliziert zu sehen: «You Europeans are so damned complicated!», schleuderte mir vor Jahren ein Flintenweib von amerikanischer Chefin, die ich Gott sei Dank nur kurze Zeit zu erdulden hatte, wütend ins Gesicht. Begeben wir uns also einfach mal auf das simple amerikanische Niveau herab. Eine der uramerikanischen Organisationen, die einen hohen Anteil von Trump-Wählern repräsentiert, ist die National Rifle Association, die neben dem 2nd Amendment zur amerikanischen Verfassung nur ein Credo kennt:  «The only way to stop a bad guy with a gun – is a good guy with a gun.» Das wäre doch mal eine echte Führungsaufgabe für den zackigen NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg: ab nach Washington und Trump, den Outlaw, im Rosengarten zum Shoot-out fordern: «Deine Zeit ist abgelaufen, du feiger Coyote, ab sofort gilt mein Gesetz – ZIEH!!!»

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