Neue Fricktaler Zeitung – «Mensch, Peters!»

Nachdem ich Ende 2020 meine Beziehungen zum «Nebelspalter», dem 1875 in Zürich gegründeten «illustrierten humoristisch-politischen Wochenblatt», nach 17 Jahren und ca. 180 dort publizierten Satiren beendet hatte, stand ich vor der Notwendigkeit, einen neuen Publikationsort zu finden. Erfreulicherweise musste ich die Neue Fricktaler Zeitung, Rheinfelden, nicht endlos davon überzeugen, dass meine Texte dem Blatt eventuell nicht schlecht zu Gesicht stehen könnten.

Volk ohne Namen

Verehrtes Publikum Kürzlich erweckte eine unscheinbare Zeitungsnotiz mein Interesse. Darin wurde berichtet, dass eine Münchner Kunstgalerie den Titel eines Gemäldes von August Macke geändert habe. Ursprünglich hatte das Bild «Reitende Indianer beim Zelt» geheissen....

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Automobilisten, aufgepasst!

Verehrtes Publikum Am 29. Januar 1886 meldete der schwäbische Ingenieur Carl Friedrich Benz seinen «Motorwagen Nummer 1» zum Patent an. Der erste praxistaugliche Kraftwagen war damit geboren, und das Automobil trat einen weltweiten Siegeszug ohnegleichen an. Heute...

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Niemand entgeht seinem Schicksal

Verehrtes Publikum Vor etlichen Jahren arbeitete ich in der Marketingabteilung einer Firma, deren Verwaltungsrat eines Tages auf die glorreiche Idee kam, an die Börse zu gehen. Gesagt, getan: Der finanzielle Erfolg war tatsächlich beeindruckend. Dann aber geschah...

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Die Wacht am Rhein

Verehrtes Publikum In der Neuen Fricktaler Zeitung vom 26. Oktober liess ein auf den ersten Blick eher unverdächtiger Artikel aufhorchen: Unter der Überschrift «Schweizer beleidigt deutsche Bundespolizisten» wurde in sachlichem Ton darüber berichtet, dass sich ein...

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Wer hat Angst vorm bösen Wolf?

Verehrtes Publikum Früher wurde häufig die Meinung vertreten, Erziehung funktioniere nur, wenn die Zielgruppe pädagogischer Massnahmen einem mehr oder weniger hohen Druck ausgesetzt werde. Gleich vorab – ich bin nicht dieser Meinung. Und warum? Dies erklärt sich aus...

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Ein schwieriges Thema

Verehrtes Publikum Als ich kürzlich intensiv darüber nachsann, welches Thema für unsere Kolumne wohl geeignet sein könnte, stiess ich auf eines, dessen gesellschaftliche Sprengkraft mir durchaus bewusst war. Seine innerfamiliäre dagegen zunächst nicht. Dies änderte...

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Der Kunde im Zentrum

Verehrtes Publikum Es gibt sie noch – die Firmen, bei denen Kundenfreundlichkeit grossgeschrieben wird. Ungeachtet dessen weigert sich unsere über die Massen verwöhnte Öffentlichkeit beharrlich, dies anzuerkennen; statt zu loben, wird bei uns dauernd lamentiert. Das...

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Sprechen Sie Deutsch?

Verehrtes Publikum Wenn an dieser Stelle einige Erwägungen zum Zustand der deutschen Sprache angestellt werden, dann ist mir sehr wohl bewusst, dass ich mich damit aufs Glatteis begeben könnte. Denn SIE, die im Fricktal lebende Leserschaft, SIE benutzen in Ihrer...

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Wenn einer eine Reise tut

Verehrtes Publikum Fernweh ist ein Gefühl, das wir wohl alle kennen. Dieser Drang, der heimatlichen Enge zu entfliehen, an paradiesischen Stränden zu faulenzen, exotische Menschen zu treffen und auf Abenteuerreise zu gehen, zerreisst vielen schier das Herz. Betört von...

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Können könnten wir schon

Verehrtes Publikum Als der Club of Rome 1972 seine Studie «Die Grenzen des Wachstums» vorlegte, stiess dies auf unterschiedliche Resonanz; die Ökos riefen: «Alarm – wenn wir nicht grundsätzlich umdenken, geht die ganze Welt den Bach runter!» Andere beschwichtigten:...

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Künstliche Intelligenz

Verehrtes Publikum Als ich kürzlich gelangweilt im Internet herumsurfte, weil ich nichts Besseres mit mir anzufangen wusste, stiess ich auf einen Artikel, der mich elektrisierte: «ChatGPT kann Aufsätze verfassen, Songs schreiben und diverse Texte erstellen. Diese...

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Ich warne Sie!

Kürzlich wurde am Theater Basel erstmals eine «Triggerwarnung» ausgesprochen. Trigger ist ein psychologischer Fachausdruck, der die Erinnerung an eine Schlüsselsituation bezeichnet, die bei sensiblen Menschen ein psychisches Trauma ausgelöst hat. Um...

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Lehr- und Wanderjahre eines Schriftstellers, Teil 1

Verehrtes Publikum Kein Mensch würde einen Elektriker, der eine defekte Neonröhre auswechselt, fragen: «Wie fühlen Sie sich, o Meister, wenn Sie die Finsternis durch Licht vertreiben? Gleich Prometheus, der den Göttern das Feuer stahl und zu den Menschen brachte?»...

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Lehr- und Wanderjahre eines Schriftstellers, Teil 2

Verehrtes Publikum Was bisher geschah Wie Sie sich eventuell erinnern, begann alles mit meiner Geburt. Kurz danach fragten sich meine verzweifelten Eltern: «Was soll aus dem Jungen werden?» Mein Vater meinte, dass Automechaniker ein Beruf mit Zukunft sei. Meine Mutter...

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Lehr- und Wanderjahre eines Schriftstellers, Schluss

Verehrtes Publikum Der vor einem Monat erschienene zweite Teil unseres autobiographischen Dreiteilers (Titel: s.o.) endete mit dem Hinweis, dass etwas geschehen würde, was alles verändern sollte. Dies bezog sich auf die Reality-TV-Sendung «Schreiben müsste man können»...

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«Schwer zu sehen, in ständiger Bewegung die Zukunft ist»

Verehrtes Publikum Wie Sie aus dem Titel ersehen können, den wir bei Meister Yoda ausgeliehen haben, wollen wir uns heute mit der Zukunft befassen. Das Hauptproblem mit der Zukunft besteht darin, dass sie nicht die Gegenwart ist und wir bei dem Versuch, ihr in die...

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Weltuntergang vs. Kinderglück

Verehrtes Publikum Vor ziemlich langer Zeit – ich weiss nicht mehr, wann, ich weiss nicht mehr, wo – habe ich eine wilde Geschichte von der Endzeit gelesen; von Armageddon, der Entscheidungsschlacht zwischen Gut und Böse: «Die Pestzeichen standen am Himmel, die Vögel...

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«Ich glotz’ TV!»

Verehrtes Publikum «TV ist ʼne Droge, TV macht süchtig, TV, TV, TV…» kreischte einst die Rockröhre Nina Hagen, das Enfant terrible der DDR-Musikszene, die als «Godmother of Punk» in die Annalen der Popmusik eingegangen ist. Die schrille Lady kam zu hohen...

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Sport ist gesund

Verehrtes Publikum «Mens sana in corpore sano – in einem gesunden Körper lebt ein gesunder Geist» sagen lateinisch vorgebildete Sporttreibende, wenn sie auf Sinn und Zweck ihrer schweisstreibenden Betätigungen angesprochen werden. Im Original lautet das Zitat des...

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Zeitreisen

Verehrtes Publikum Von jeher haben mich Spekulationen darüber fasziniert, ob es wohl möglich sein könnte, Zeitreisen zu unternehmen. Ist der gewohnte Ablauf der Zeit von der Vergangenheit über das Heute in die Zukunft irreversibel, oder könnten wir diese Fesseln...

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Alle sind so nett

Verehrtes Publikum Vor Kurzem überbrachte mir jemand, den ich eigentlich für einen Fan meiner diversen Texte gehalten hatte, ein dubioses Geschenk von der Art, wie es einst die listenreichen Griechen vor dem belagerten Troja deponierten: «Deine Kolumne in der NFZ...

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Schreib das lieber nicht!

Verehrtes Publikum Als ich Frau P. kürzlich von einer epochalen, mich begeisternden Idee für die nächste Kolumne berichtete, merkte sie kritisch an: «DAS Thema ist zu brisant, damit wirst Du keinen Blumentopf gewinnen.» Meistens höre ich auf das, was von der...

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Schluss mit lustig!

Verehrtes Publikum «Sag niemals nie!» – als mir die Neue Fricktaler Zeitung vor einiger Zeit grosszügigerweise die Chance bot, die Kolumne «Mensch, Peters!» zu betreuen, hatte ich mir fest vorgenommen, ohne Ausnahme über das Chaos und die Ungereimtheiten zu schreiben,...

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Auf Messers Schneide

Verehrtes Publikum Wer kennt sie nicht, die erschütternde Geschichte von Romeo und Julia? Die in einer solchen Katastrophe endete, dass es des Genies eines Shakespeare bedurfte, um diese Tragödie angemessen darzustellen: «Willst du schon gehen? Der Tag ist ja noch...

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Chez les Welsches II

Verehrtes Publikum Durch Fribourg verläuft nicht nur die Sarine, sondern auch der «Röstigraben»; das demonstrieren die Resultate zahlreicher eidgenössischer Abstimmungen. Bezeichnete man gesellschaftliche Disparitäten mit tektonischen Fachtermini, so läge dort die...

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Wie belieben?

Verehrtes Publikum Generell geht die Bevölkerung davon aus, dass Kommunikation der gegenseitigen Verständigung und Nivellierung von Informationsgefällen dient. Im Grossen und Ganzen funktioniert dies auch ganz gut. Wenn mich beispielsweise einer fragt: «Wie spät ist...

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Wer schreibt, der bleibt

Verehrtes Publikum Wenn man öffentlich schreibt, ist es nicht immer völlig zu vermeiden, dass die Öffentlichkeit früher oder später davon Kenntnis erlangt. Wenn sich dieser Tatbestand dann aber erst einmal herumgesprochen hat, wird man ununterbrochen auf der Strasse...

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In einem Land wie diesem

Verehrtes Publikum Als Frau P. und ich vor Jahren den kühnen Entschluss fassten, von Deutschland in die Schweiz umzusiedeln, wurden wir von meinen Verwandten umgehend mit weisen Ratschlägen aller Art versorgt: wegen der Schweiz im Allgemeinen und der zu erwartenden...

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Eine Alpensymphonie

An einem lichten Herbsttag des Jahres 19.. waren wir frohen Mutes aufgebrochen, um die Ostalpen zu erkunden – eine Gruppe Frankfurter GeographInnen, die grenzenlose Neugierde auf die Natur, die Wissenschaft und das Leben beflügelte. In Altötting gerieten wir in einen...

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Die Heizer kommen

Verehrtes Publikum «Man kann Autos nicht wie menschliche Lebewesen behandeln, Autos brauchen Liebe!», sagt Walter Röhrl, Monument des Rallyesports. Ähnlich dachte wohl auch mein Vater Otto, der die unausgesprochene Überzeugung vertrat, dass Erziehung hauptsächlich die...

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Literarisches Duett

Verehrtes Publikum Satireschreiben ist eine ernste Angelegenheit; und ein Drahtseilakt. Einerseits muss Satire ein scharfes Florett sein, um Wirkung zu entfalten, andererseits will man nicht wegen Beleidigung von einem Gerichtssaal in den nächsten gezerrt werden. Dies...

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Adam Riese und die Folgen

Verehrtes Publikum Heute möchte ich auf ein speziell deprimierendes Kapitel meines an Fehlschlägen ohnehin reichen Lebens zu sprechen kommen. Bevor ich dies tue, sei mir ein Exkurs zu den alten Römern gestattet, die in einer pädagogischen Absichtserklärung...

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Aus meiner Nachbarschaft

Verehrtes Publikum Ein hochsensibler osteuropäischer Schriftsteller führte einst bittere Klage darüber, dass in seiner Behausung ein solcher Radau herrsche, dass er keinen klaren mehr Gedanken fassen könne: «Ich sitze in meinem Zimmer im Hauptquartier des Lärms der...

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Mordsee

Verehrtes Publikum Denken SchweizerInnen an die Nordsee, denken sie automatisch an Amrum; im Sommer befindet sich die nordfriesische Insel fest in helvetischer Hand: Familie Schweizer vertilgt Matjes nach Hausfrauenart plus Waffeln mit roter Grütze, eine sanfte Brise...

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Im Norden

Verehrtes Publikum Bei unserem letzten Stelldichein hatte uns Frau P. von ihrer ersten Fahrt zu den Niedersachsen berichtet. Hier nun der Tragödie 2. Teil. Während Heinrich Heine zu seiner Harzreise lyrisch anhebt: «Auf die Berge will ich steigen, wo die dunklen...

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Gen Norden

Verehrtes Publikum Bei unserem vorletzten Tête-à-Tête habe ich Ihnen anvertraut, wie ich in Frankfurt eine Welsche kennengelernt hatte. Die Dinge entwickelten sich, schliesslich wurde die Demoiselle Frau P. Frau P. stammt aus der Region Genfersee, in der...

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Schöne neue Welt

Verehrtes Publikum Kein fortschrittlicher Mensch wird bezweifeln, dass das Internet unser Leben in einer Weise bereichert, wie es vor wenigen Jahren noch unvorstellbar erschien. Welche Segnungen diese Technik uns beschert, durfte ich neulich im Zusammenhang mit einer...

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Chez les Welsches

Verehrtes Publikum Wie Sie sich vielleicht erinnern, habe ich mir kürzlich an dieser Stelle erlaubt, Sie mit einigen Details meiner fragwürdigen Abstammung zu behelligen – Stichwort «grosser Kanton». Ich fühle mich Heinrich Heine, dem Meister der spitzen Feder, nahe,...

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Habe die Ehre!

Verehrtes Publikum Gestatten Sie mir, dass ich mich als der neue NFZ-Kolumnenschreiber Ihres Vertrauens vorstelle, der hoch erfreut wäre, wenn die Gedanken variierenden Tiefgangs, welche er dank grosszügiger Erlaubnis der Redaktionsleitung in der Rubrik «Mensch,...

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Anfang 2021 ergab sich die Möglichkeit, in der Neuen Fricktaler Zeitung eine eigene Kolumne zu betreuen. Unter dem Titel «Mensch, Peters!» werden hier einmal monatlich jp-Beiträge zum Weltgeschehen im Allgemeinen und zum Homo sapiens an sich erscheinen.